Montag, 22. Juni 2009

Absinkinversion nervt

Seit unserem Behinderten- Paragliding- Tandemflugtag am letzten Wochenende haben wir jeden Tag mit den Auswirkungen der bodennahen Inversion zu kaempfen. Am Startplatz sieht alles ideal aus, der Ostwind pfeifft mit 25 km/h, ab und zu mal ne staerkere Abloesung, doch nach dem Start beutelt es einen in der Luft herum und nach ein paar Minuten steht man am Meer unten, wo es fast windstill ist und schwitzt wie ein Brot.
Vor ein paar Tagen bin ich bei schwachem Nordost gestartet und habe mich zur Nordwand gehangelt, wo es auch hoch ging (wenn auch sehr unruhig). Ploetzlich nickt die Kappe leicht nach hinten und das Steigen wird kraeftiger-uff! Zehn Sekunden spaeter fliege ich rueckwaerts. Das ist mir hier schon lange nicht mehr passiert! Normalerweise sieht man ja am Meer gut, wie stark der Wind ist (oder bald wird).


Schaumkronen = Wind ueber 30 km/h


Cellulitis auf dem Wasser = staerkere Boeen


Jetzt ist das Meer aber total glatt und ich fliege trotdem langsam rueckwaerts!!!

Wenigstens ist hier oben der Wind laminar, also trete ich den Beschleuniger bis zum Anschlag und versuche die Kiste still zu halten. Es dauert etwas bis die Nickbewegungen sich beruhigen und der Schirm speedet. Die Windgeraeusche nehmen deutlich zu und ich bin ueberrascht, wie schnell der alte Apco wird. Endlich stoppt die Rueckwaertsfahrt und ich schiebe mich wieder ueber die Kante Richtung Meer. Nachdem ich ein paar Minuten spaeter wieder am Startplatz eingelandet bin faellt mir auf die fragenden Augen der anwesenden Spanier nur ein Wort ein "impressionante!" .

Die naechsten Tage konnte man zwar auch den dunklen Streifen der Inversion am Horizont erkennen, aber der Windgeschwindigkeitsunterschied der beiden Luftschichten war nicht so gross, so dass Peter und ich einigermassen gut fliegen konnten.


Peter mit seinem Gradient Bright3
Auch wenn es am Mittwoch sehr unruhig am Hang war, und wir umeinander gehuepft sind wie die Flummies hat es trotzdem Spass gemacht, und Peter hat sich ueberraschend gut geschlagen.

Jeder zimmert sich bei solchen Erlebnissen natuerlich seine eigenen Erklaerungen zusammen. Ich habe etwas rum gesucht. Wonach sucht man, wenn man Infos ueber die Luft-, Wind- und Wettersituation braucht? In den Temps! Die Temps sind das Gebetbuch des Fliegens.
Gute Erklaerung dazu findet man hier.
Das Temp von deinem Gelaende findest du nach Eingabe der Koordinaten bei NOAA-Air-Resources.
Kurz: Die durch das Absinken der Luftmassen im alten Hoch entstandene Inversion trennt die untere schwachwindige Luft und die obere Starkwindluftschicht.

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Freitag, 17. Oktober 2008

Immer wieder Paragliding-Wetter

Meine Wetterstation hält mich auf Trab. So zwei bis drei mal taeglich klettere ich aufs Dach und demontiere den Surfmast, an dessen Ende die Windsensoren befestigt sind. - Es nervt! Der Windrichtungsanzeiger hat kein "ost", wo wir das doch so so dringend hier brauchen. Bei Ostwind zeigt die huebsche Digitalanzeige mal sued, mal west, aber nie ost.
Um das noch kurz zu erwaehnen: die Wetterstation mit Namen AstroTouch ist von der Firma ELECSA GmbH. Nachem ich beim Hersteller wegen Veroeffentlichen auf der Hompage nach gefragt habe und man mich informierte, dass die Station dafuer nicht vor gesehen sei habe ich im Wetterstationsforum einen Hinweis auf Weather Display gefunden. Mit der Software versuche ich nun mein Glueck, wobei da auch noch einige Arbeit vor mir liegt.

Kurz bevor wir heute zum Fliegen auf gebrochen sind habe ich es wenigstens geschafft mal Ostwind auf die Anzeige zu zaubern.
Zwei Fotos von vorgestern- die von heute liegen noch in meinem Gurtzeug am Startplatz.

Blick nach Nord
Manni vor dem Leuchtturm

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Mittwoch, 15. Oktober 2008

Gleitschirm- Wetter in Spanien

Nach guten 17 Stunden Autofahrt endlich wieder zu hause! Scheinbar waren wir genau in der richtigen Zeit in Muenchen- nein, nicht wegen des Oktoberfestes, sondern weil das Wetter hier in den 3 Wochen aeusserst schlecht war. Ich habe davon natuerlich nicht viel mit bekommen, weil seit 4 Wochen die Wetterstation von Ruben, unserem Nachbarn, nicht mehr funktioniert. Im Logo kann man nur NO DATA lesen.

Hals-ueber-Kopf habe ich mir am vorletzten Tag in Deutschland noch eine Wtterstation besorgt.

Nach zwei Basteltagen habe ich es gestern endlich geschafft, die Daten auf meiner Homepage zu veroeffentlichen. Links unten auf meiner Startseite kann man ein Gizmo finden, welches im Wechsel Windrichtung, Windstaerke, Tmperatur, Luftdruck Luftfeuchtigkeit und Niederschlag an zeigt. Alles noch etwas unuebersichtlich, aber ich bin ja noch beim Basteln!

Wenn man nun noch mehr an Wetterinformationen braucht findet sich die unter meiner "Paragliding-Wetter-Seite". Ein Klick auf das Gizmo genuegt.
Leider sind auch hier noch ein paar Fehler, die ich bislang noch nicht besitigen konnte; z.B. ist die Durchschnitts- Windgeschwindigkeit mit dem Momentanwert vertauscht. Aber wie schon gesagt, ich bin noch beim Basteln!

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Dienstag, 19. Februar 2008

Gleitschirm- Flugwetter- Statistik fuer Alicante, Spanien

Die Lieblingsfrage meiner Kunden, die zum Paragliding nach Spanien kommen lautet "wie viele Tage kann man denn da Gleitschirm fliegen? ", oder "wann ist denn der beste Monat zum Paragleiten?", "wie sicher ist es denn, dass ich da in die Luft komme?".

Diese Statistik der letzten sechs Jahre kann auch keine richtige Antwort auf solcherlei Fragen geben. Wie die Wetter- und Windvorhersagen ist auch eine Auswertung von Wetterdaten nur bedingt geeignet um Rueckschluesse auf die zukuenftigen Wetterbedingungen zu geben. Beim Gleitschirmwetter ist die Vorhersage noch schwieriger. Also liegt das Ergebnis zwischen "am 21.Juni 2008 ist gutes Flugwetter" und "im Sommer ist es waermer".

Wie ist die Gleitschirm- Flugwetter- Statistik entstanden?
Die Daten stammen von Rubens Wetterstation, welche sich gegenueber in der Urbanisation El Faro oberhalb unserer Soaringkante befindet.
Ich bin davon aus gegangen, dass die Windgeschwindigkeit um ca. 7 bis 8 km/h niedriger angezeigt wird, als sie wirklich ist (s. Sturm im Paradies), also habe ich als fliegbare Tage (Flugtage) nur die Tage genommer, an denen die Windgeschwindigkeit im Mittel unter 16 km/h betrug und kein Niederschlag fiel.
Wenn der Wind an diesen Flugtagen zwischen Nordost und Ostsuedost blies konnte man bei uns (Santa Pola) fliegen.





Auf der einen Seite muss es natuerlich nicht unbedingt sein, dass an Tagen an denen die Windgeschwindigkeit hier weniger als 24 km/h betraegt auch (z.B. bei Westwind) an Weststartplaetzen, die ja teils 70 km entfernt sind Gleitschirm geflogen werden konnte. Auf der anderen Seite kann aber auch ein Suedwindtag durchaus zwei bis drei Ostwindstunden haben, an denen sich hier gut soaren laesst. Im April 2007 habe ich einmal gezaehlt, wie oft ich hier im Fluggelaende Santa Pola geflogen bin und kam auf 21 Tage. Im Diagramm oben liest man fuer den April 8,5 Tage.

Zu guter Letzt noch eine Bemerkung zu den "fliegbaren Tagen". Eigentlich ist jeder Tag fliegbar, und ich hoere nicht selten, dass der oder der an Tagen geflogen ist, an denen ich in der Sonne gesessen oder am Strand gelegen bin. Warum sollte das hier anders sein, als im Alpenraum, wo man Piloten trifft, die auch bei Foehn oder Gewitter schon "klasse Fluege" hatten?

Eigentlich braucht sich jeder nur zu ueberlegen, warum er fliegt und dann auf der Basis der Gegebenheiten (Bedingungen, Koennen, Ausruestung) zu entscheiden, ob ihm der zu erwartende Flug das bringen kann.

Quellen:
Instituto Nacional de Meteorología
Wetterseite von Ruben

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