Absturz für die Ehre?
Den ganzen Tag hab ich auf den versprochenen Ostwind gewartet. Hätte vielleicht besser mit Alex nach Palomaret fahren sollen! Ich war gerade voll im Gipskarton- Trennwand - basteln als der Windsack auf dem gegenüberliegenden Funkmast Ostwind anzeigte. Die Euphorie wurde gebremst, als ich am Startplatz eintraf. Der Wind war doch ziemlich süd und die beiden anwesenden Piloten spielten umeinander, darauf wartend, dass der andere endlich startet. Ich zog meinen Schirm auf und startete ohne lange Überlegungen. Dafür wunderte ich mich, dass ich nach Süden nur ganz wenig Fahrt hatte und nicht mal bis zur nächsten Mulde kam. Während ich wieder hochkletterte betrachtete ich ständig den Windsack, der immer noch ost mit etwas süd anzeigte. Der Startplatz oberhalb der Geröllmulde empfing mich mit einem guten Lüftchen und ich dachte: "ausruhen kannst du dann in der Luft!"
Nach dem Start ein nettes Steigen, das plötzlich ganz abrupt in tierisches Sinken wechselte. Im Moment, als ich schon nach einem Landeplatz Ausschau hielt wieder gutes Steigen, das mich über die Kante hob. Das ging so einige Minuten hin und her, wobei ich bei dem schlagartigen Saufen einmal fast in einen Felsvorsprung gerauscht wäre. Entnervt versuchte ich nur noch möglichst weit Richtung Heimat zu kommen und landete unterhalb des Startplatzes. Beim Hochlaufen gehen mir ja meistens die dümmsten Sachen durch den Kopf. Ich meine jetzt außer, dass ich taktisch bescheuert geflogen bin. Plötzlich kam mir die Idee, dass ich mich irgendwann mal in den Fels bohre, weil ich nicht warten kann, bis die Bedingungen gut sind. In diesem Moment flog ein Tandem über mich hinweg.

Labels: Gleitschirm, Santa Pola





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